Ratgeber · Website
Heilmittelwerbegesetz: Was darf auf die Website einer Praxis in Deutschland?
Eine Übersicht für Praxen in Deutschland, mit Paragrafen, Textbeispielen und Checkliste, dazu ein kurzer Blick in die Schweiz. Stand Oktober 2026, keine Rechtsberatung.
Das Heilmittelwerbegesetz (HWG) ist ein deutsches Gesetz und gilt für die Website einer Praxis in Deutschland, sobald sie mit Aussagen zu Krankheiten oder Beschwerden für eine Behandlung wirbt. Sachliche Angaben zu Leistungen, Qualifikationen, Ablauf, Kosten und Team sind die sichere Seite. Riskant sind Heilversprechen wie «garantiert schmerzfrei», Erfolgsquoten ohne Beleg und unkritisch übernommene Patientenstimmen. Berufsordnung und Wettbewerbsrecht kommen hinzu, dieser Text ist keine Rechtsberatung.
Gilt das Heilmittelwerbegesetz für meine Praxis-Website?
Ja, sobald Ihre Website für eine Behandlung wirbt und dabei von Krankheiten, Leiden oder Beschwerden spricht. Das Heilmittelwerbegesetz (HWG) knüpft an die Aussage an, nicht an den Beruf: Es erfasst auch Verfahren und Behandlungen, nicht nur Arzneimittel, soweit sie sich auf die Erkennung, Beseitigung oder Linderung von Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhaften Beschwerden beziehen (§ 1 Abs. 1 Nr. 2 HWG, sinngemäss).1 Rechnen Sie darum bei Ergo-, Physio- und Psychotherapie damit, dass es gilt. Für die Physiotherapie nennt der Verband IFK das HWG als Rahmen.10
Fachkreise sind Fachleute wie Ärztinnen und Apotheker. Ihre Website liest aber auch die Öffentlichkeit, deshalb gelten die strengeren Regeln für Werbung ausserhalb der Fachkreise (§ 11 und § 12).3 Für Ihre Website gelten drei Regelwerke nebeneinander:
| Regelwerk | Wer ist gebunden? | Worum geht es? | Wer kann eingreifen? |
|---|---|---|---|
| Heilmittelwerbegesetz (HWG) | Alle, die für Behandlungen oder Arzneimittel werben | Irreführung, Heilversprechen, Äusserungen Dritter, bestimmte Krankheiten | Bussgeld und Strafe (§§ 14, 15); Mitbewerber und Verbände über das UWG7 |
| Berufsordnung | Mitglieder einer Kammer, etwa Ärztinnen und Psychotherapeuten | Sachliche Information statt Anpreisung | Ihre Kammer8 |
| Wettbewerbsrecht (UWG) | Unternehmen | Irreführende Werbung | Mitbewerber, Verbände, Industrie- und Handelskammern7 |
Stand Oktober 2026. Keine Rechtsberatung: Massgeblich ist der amtliche Text auf gesetze-im-internet.de. Klären Sie Ihren Einzelfall mit Kammer, Berufsverband oder einer Fachanwältin für Medizinrecht.
Was darf auf die Website einer Praxis, und was nicht?
Erlaubt sind sachliche Angaben zu Leistungen, Qualifikationen, Ablauf, Kosten und Team. Mustersätze, mehr zum Schreiben unter Website-Texte schreiben:
| Angabe | Mustersatz |
|---|---|
| Leistungen | «Die Praxis Muster bietet Handtherapie und Ergotherapie bei Kindern an.» |
| Ablauf und Kosten | «Sie melden sich per E-Mail an. Selbstzahlende erhalten vorab eine Preisauskunft.» |
| Qualifikationen | «Weiterbildung in Handtherapie, abgeschlossen [Jahr].» |
| Team und Praxis | «Frau Muster ist Ergotherapeutin, die Praxis liegt im Erdgeschoss.» |
| Wirksamkeit | Studien nur mit Quelle und ohne Erfolgsgarantie nennen (§ 3 HWG)2 |
(Die Praxis Muster ist ein erfundenes Beispiel.)
Darf ich «schmerzfrei» oder «garantiert» schreiben?
Nein, lassen Sie solche Sätze weg. Nach § 3 HWG ist Werbung irreführend, wenn sie einer Behandlung eine Wirkung zuschreibt, die sie nicht hat, fälschlich den Eindruck erweckt, ein Erfolg lasse sich mit Sicherheit erwarten, oder unwahre Angaben über Erfolge macht (sinngemäss).2 Es zählt der Eindruck: Auch ohne das Wort «garantiert» kann ein Satz einen sicheren Erfolg versprechen. Sicherer sind Aussagen über Ihr Angebot als über das Ergebnis bei der Patientin (Praxistipp, keine Rechtsauskunft).
| Riskant | Warum riskant | Sicherer |
|---|---|---|
| «Ihre Rückenschmerzen verschwinden garantiert.» | Sicherer Erfolg wird versprochen | «Die Praxis Muster behandelt Rückenschmerzen mit Bewegungstherapie. Wie viele Termine sinnvoll sind, besprechen wir im ersten Termin.» |
| «Wir befreien Sie dauerhaft von Ihrer Angst.» | Dauerhafte Heilung wird versprochen | «Wir bieten Psychotherapie bei Angststörungen an. Im Erstgespräch klären wir, ob wir zusammenpassen.» |
| «Nach drei Terminen schreibt Ihr Kind sauber.» | Erfolg in fester Zahl von Terminen | «Wir üben Stifthaltung und Handmotorik. Ziele legen wir im Erstgespräch fest.» |
| «Erfolgsquote 95 %» | Zahl ohne Beleg | «So läuft eine Behandlung bei uns ab: Befund, Ziele, Übungen, Kontrolle.» |
| «Die beste Praxis der Stadt» | Superlativ ohne Beleg | «Unser Schwerpunkt ist die Handtherapie. Weiterbildung: [Titel, Jahr].» |
Für Ärztinnen und Ärzte gilt anpreisende und vergleichende Werbung zudem als berufswidrig, mehr dazu im Abschnitt zur Berufsordnung.8
Darf ich Patientenstimmen, Bewertungen und Vorher-Nachher-Bilder zeigen?
Nicht pauschal verboten, aber nur mit Sorgfalt. § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 11 HWG verbietet die Werbung mit Äusserungen Dritter, etwa mit Dank-, Anerkennungs- oder Empfehlungsschreiben, wenn sie «in missbräuchlicher, abstossender oder irreführender Weise» erfolgt.3 Diese Einschränkung gilt seit 2012, ältere Ratgeber beschreiben noch das strengere Verbot. Bei Empfehlungen durch Fachleute oder bekannte Personen (Nr. 2) fehlt sie.3
- Keine Heilungsgeschichten. § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HWG betrifft die Wiedergabe von Krankengeschichten, wenn sie in missbräuchlicher, abstossender oder irreführender Weise erfolgt.3 Eine Stimme sollte nichts sagen, was Sie selbst nicht schreiben dürften.
- Nicht nur Bestnoten auswählen. Es zählt der Gesamteindruck wie bei § 3 HWG: Wer nur die besten Stimmen zeigt, kann einen sicheren Erfolg nahelegen.2
- Google-Bewertungen einbinden: Zeigen Sie sie ungefiltert und mit Datum, nicht nur die besten, und heben Sie keine hervor, die Heilung oder Schmerzfreiheit versprechen. Ob ein eingebundener Feed im Einzelfall zulässig ist, klärt Ihre Berufsvertretung. Mehr dazu im Ratgeber Mehr Google-Bewertungen bekommen.
Sind Vorher-Nachher-Bilder verboten?
Für Therapiepraxen nicht pauschal, aber nach § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 HWG unzulässig, wenn sie missbräuchlich, abstossend oder irreführend wirken.3 Bei operativen plastisch-chirurgischen Eingriffen gilt ein ausdrückliches Verbot (§ 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 HWG): Der Bundesgerichtshof untersagte am 31. Juli 2025 (I ZR 170/24) einer Ärztin Vorher-Nachher-Bilder für Nasen- und Kinnkorrekturen mit Hyaluron auf Instagram.5 Für Ergo-, Physio- oder Psychotherapie ist das kein einschlägiger Fall, Praxisratgeber halten solche Bilder dort nicht für pauschal verboten.6 Ein Foto von Narbe oder Handgelenk vor und nach der Therapie wirkt aber schnell wie ein Erfolgsversprechen. Zeigen Sie lieber Räume, Material und Team.
Darf ich ein Gratis-Erstgespräch, Rabatte oder Videosprechstunde bewerben?
Das hängt davon ab, beides hat eigene Regeln. Für Gratisangebote und Rabatte gilt § 7 HWG: Zuwendungen und Werbegaben sind grundsätzlich untersagt, mit Ausnahmen, etwa für Gegenstände von geringem Wert, die deutlich mit dem Werbenden gekennzeichnet sind.11 Ob ein kostenloses Erstgespräch, ein Gutschein oder ein Rabatt darunter fällt, hängt von Angebot und Beruf ab. Aktionen zur Zuzahlung bei Kassenleistungen klären Sie vorher mit Ihrem Berufsverband.
Für Videosprechstunde und Online-Therapie gilt § 9 HWG: Unzulässig ist Werbung für die Erkennung oder Behandlung von Krankheiten, die nicht auf eigener Wahrnehmung an der behandelten Person beruht (Fernbehandlung), ausser wenn nach allgemein anerkannten fachlichen Standards ein persönlicher ärztlicher Kontakt nicht erforderlich ist.11 Ob das für Ihren Beruf gilt, klärt Ihre Kammer oder Ihr Berufsverband.
Darf ich Krankheiten erklären und Behandlungen bei schweren Krankheiten nennen?
Krankheitsbilder sachlich zu erklären ist die sicherere Form, bei bestimmten schweren Krankheiten wird es aber strenger. Nach § 12 HWG darf sich die Werbung ausserhalb der Fachkreise für Verfahren und Behandlungen sinngemäss nicht auf Krankheiten und Leiden aus Abschnitt A der Anlage zu § 12 beziehen.4 Die Liste nennt vier Gruppen:
- nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Krankheiten
- bösartige Neubildungen
- Suchtkrankheiten, ausser Nikotinabhängigkeit
- krankhafte Komplikationen bei Schwangerschaft, Entbindung und Wochenbett
Depression, Angststörungen oder Rückenschmerzen nennt sie nicht, prüfen Sie Ihr Thema aber mit der amtlichen Liste. Ein Satz wie «Unsere Therapie lindert Ihre Suchterkrankung» dürfte darunter fallen, «Wir begleiten Sie bei Rückenschmerzen» nicht. Bei Sucht, Krebs oder meldepflichtigen Infektionen lassen Sie die Texte vor der Veröffentlichung fachlich prüfen.
Was sagt die Berufsordnung zur Praxis-Website?
Sie erlaubt sachliche Information und verbietet Anpreisung. Für Ärztinnen und Ärzte steht das in § 27 der Musterberufsordnung (MBO-Ä): Berufswidrig ist anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung, auch wenn Dritte sie in Ihrem Namen veranlassen oder Sie sie dulden.8 Die MBO-Ä ist eine Empfehlung der Bundesärztekammer, verbindlich sind die Berufsordnungen der Landesärztekammern.8
Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten haben eine eigene Musterberufsordnung. Verbindlich sind erst die Berufsordnungen der Landeskammern, sie weichen voneinander ab.9 Heilmittelerbringer sind zum Beispiel Ergo-, Physiotherapie und Logopädie. Ob für Ihren Beruf zusätzlich eine Berufsordnung gilt, fragen Sie Ihren Berufsverband.
Was kann bei einem Verstoss passieren?
Möglich sind Abmahnung, Bussgeld und in schweren Fällen Strafe. Das ist kein Grund zur Angst, aber ein Grund, Texte vor der Veröffentlichung zu prüfen.
- Abmahnung: Mitbewerber, qualifizierte Verbände und Industrie- und Handelskammern können nach § 8 Abs. 3 UWG Unterlassung verlangen. Der Bundesgerichtshof ordnete 2012 Vorschriften aus § 11 HWG als Marktverhaltensregeln ein, also als Regeln zum Verhalten gegenüber Kunden und Konkurrenz. Daher kann auch das Wettbewerbsrecht greifen.7
- Bussgeld: Verstösse gegen die Werbeverbote des § 11 sind Ordnungswidrigkeiten nach § 15 HWG. Der Rahmen reicht laut Gesetz bis 50’000 Euro, bei fahrlässig irreführender Werbung bis 20’000 Euro.14
- Strafe: Irreführende Werbung nach § 3 kann nach § 14 HWG strafbar sein, vorgesehen sind Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe.14
- Berufsrecht: Für Kammermitglieder kommt die Berufsordnung hinzu.8
Gilt das auch für Praxen in der Schweiz?
Nein, das HWG ist ein deutsches Gesetz. In der Schweiz hängt es vom Beruf ab, welches Gesetz die Werbung regelt:
| Beruf | Gesetz | Massstab |
|---|---|---|
| Medizinalberufe, etwa Ärztinnen und Zahnärzte | Medizinalberufegesetz (MedBG), Art. 40 | Werbung muss objektiv sein, dem öffentlichen Bedürfnis entsprechen und darf weder irreführend noch aufdringlich sein13 |
| Physio- und Ergotherapie, weitere Gesundheitsberufe | Gesundheitsberufegesetz (GesBG), dazu kantonales Recht | Wortlaut zur Werbung auf fedlex nachlesen13 |
| Psychotherapie | Psychologieberufegesetz (PsyG), dazu kantonales Recht | Wortlaut zur Werbung auf fedlex nachlesen13 |
| Arzneimittel und Medizinprodukte | Heilmittelgesetz (HMG), Art. 31 und 32 | Regelt die Werbung dafür, Publikumswerbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel ist unzulässig12 |
Fragen Sie zusätzlich beim kantonalen Gesundheitsamt nach kantonalen Vorschriften. Pflichtangaben: Impressum und Datenschutz Schweiz. Mehr zu Websites für Arztpraxen, Physiotherapie, Ergotherapie und Psychotherapie.
Checkliste: Praxis-Texte vor der Veröffentlichung prüfen
- Kein Satz verspricht Heilung, Schmerzfreiheit oder sicheren Erfolg, auch nicht zwischen den Zeilen
- Keine Erfolgsquoten, Superlative oder Zahlen ohne Beleg
- Patientenstimmen: keine Heilungsgeschichten, nicht nur Bestnoten, Empfehlungen von Fachleuten oder bekannten Personen erst nach Prüfung
- Vorher-Nachher-Bilder von Behandlungsergebnissen lieber weglassen
- Teamfotos: Bildtexte ohne Heilversprechen, bei Berufskleidung § 11 HWG nachlesen
- Gratisangebote, Rabatte und Gutscheine (§ 7 HWG) sowie Videosprechstunde (§ 9 HWG) vorher geklärt
- Texte zu Krebs, Sucht oder meldepflichtigen Infektionen fachlich geprüft
- Qualifikationen: nur Titel und Weiterbildungen, die Sie führen dürfen und belegen können
- Berufsordnung bzw. Vorgaben des Berufsverbands gelesen (Kammer, falls Ihr Beruf eine hat)
- Texte von Agentur oder KI-Tool gelesen, bevor sie online gehen
- Impressum vollständig: Impressum für Praxen in Deutschland
Wenn Sie Ihre Praxis-Website neu aufbauen oder überarbeiten möchten: Ich baue Websites für Praxen zum Festpreis (CHF 1’800, bis 15 Seiten inklusive, Impressum und Datenschutz zusätzlich) und schreibe die Texte aus Ihren Angaben oder überarbeite Ihre bestehenden. Für die rechtliche Prüfung wenden Sie sich an eine Fachperson, meine Texte sind keine Rechtsberatung. Bevor Sie sich entscheiden, bekommen Sie von mir in drei Tagen einen kostenlosen, unverbindlichen Entwurf, wenn Sie mir den Link zu Ihrer Website per E-Mail schicken. Bezahlt wird erst, wenn die Seite online ist. Mehr unter Website für Praxen in Deutschland und Preise und Ablauf.
Häufige Fragen
Gilt das Heilmittelwerbegesetz auch für Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie und Psychotherapie?
Rechnen Sie damit: Das Gesetz knüpft an die Aussage an, nicht an den Beruf, und erfasst auch Verfahren und Behandlungen, wenn sie sich auf Krankheiten, Leiden oder Beschwerden beziehen. Für die Physiotherapie nennt der Verband IFK das HWG als Rahmen. Im Zweifel klärt das Ihr Berufsverband oder eine Fachanwältin für Medizinrecht.
Darf ich anonymisierte Erfahrungsberichte meiner Klientinnen auf der Website zeigen?
Das Gesetz verbietet Äusserungen Dritter nur in missbräuchlicher, abstossender oder irreführender Weise (§ 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 11 HWG). Ein anonymer Bericht darf deshalb keine Heilung versprechen und nicht nur Bestfälle zeigen. Ihre Berufsordnung kann strenger sein, fragen Sie vorher Ihre Kammer.
Darf ich «beste Praxis in Berlin» oder «führende Praxis» schreiben?
Ohne Beleg ist das unnötig riskant. Superlative sind nicht automatisch verboten, es kommt auf den Eindruck an, den der Satz erweckt. Ärztinnen und Ärzten ist anpreisende und vergleichende Werbung ausserdem berufsrechtlich untersagt. Beschreiben Sie lieber Schwerpunkte, Ausstattung und Wartezeit.
Gelten die Regeln auch für Instagram und das Google-Unternehmensprofil?
Ja, das Gesetz hängt an der Aussage, nicht am Kanal: Der Bundesgerichtshof untersagte 2025 einer Ärztin Vorher-Nachher-Bilder auf Instagram (I ZR 170/24). Rechnen Sie damit, dass dieselbe Linie für Ihr Google-Unternehmensprofil gilt: Aussagen so sachlich wie auf der Website, Antworten auf Bewertungen allgemein und ohne Angaben zu Behandlung oder Beschwerden, schon aus Datenschutzgründen. Siehe auch Mehr Google-Bewertungen bekommen.
Wer prüft meine Praxis-Texte rechtlich, bevor sie online gehen?
Eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für Medizinrecht, Ihre Kammer oder Ihr Berufsverband. Noah Frank schreibt und überarbeitet Texte aus Ihren Angaben, seine Texte sind keine Rechtsberatung. Mehr zum Vorgehen unter Website für Praxen in Deutschland.
Gilt das Heilmittelwerbegesetz auch in der Schweiz?
Nein, das HWG ist ein deutsches Gesetz. In der Schweiz regelt das Heilmittelgesetz die Werbung für Arzneimittel und Medizinprodukte, für Ärztinnen, Ärzte und weitere Medizinalberufe verlangt das MedBG (Art. 40) objektive, nicht irreführende und nicht aufdringliche Werbung. Für andere Berufe prüfen Sie GesBG, PsyG und kantonales Recht.
Quellen
- Gesetz über die Werbung auf dem Gebiete des Heilwesens (Heilmittelwerbegesetz, HWG), gesetze-im-internet.de, § 1 Anwendungsbereich, sinngemäss wiedergegeben, abgerufen Oktober 2026.
- Heilmittelwerbegesetz, § 3 Irreführende Werbung, sinngemäss wiedergegeben; zum Eindruck beim Adressaten: omsels.info, § 3 HWG Irreführende Werbung, abgerufen Oktober 2026.
- Heilmittelwerbegesetz, § 11; zu Fassung und Änderung der Nr. 11: buzer.de, § 11 HWG und Fassungsvergleich, abgerufen Oktober 2026.
- Heilmittelwerbegesetz, § 12 und Anlage zu § 12, sinngemäss wiedergegeben; Liste gegengelesen auf lxgesetze.de, Anlage, abgerufen Oktober 2026.
- Otto Schmidt, Keine Werbung mit Vorher-Nachher-Bildern für Nasen- oder Kinnkorrektur durch Unterspritzen mit Hyaluron, 31. Juli 2025 (BGH, I ZR 170/24); Kanzlei Plutte, BGH: Hyaluron Vorher-Nachher-Werbung verboten; Deutsches Ärzteblatt, Bundesgerichtshof untersagt Werbung für Hyaluronspritzen mit Vorher-Nachher-Bildern; vzbv, Zur Werbung mit Vorher-Nachher-Bildern für plastisch-chirurgische Eingriffe.
- IWW (Zahnärzte Praxis), Marketing: Werbung mit Vorher-Nachher-Bildern zulässig?, abgerufen Oktober 2026. Die Quelle richtet sich an Zahnärzte, Therapiepraxen sind nicht gesondert behandelt.
- Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, § 8 UWG Beseitigung und Unterlassung (Abs. 3: Anspruchsberechtigte) und § 13 UWG (Abmahnung); BGH, 18.01.2012, I ZR 83/11, zu § 11 Abs. 1 HWG als Marktverhaltensregel: dejure.org, abgerufen Oktober 2026.
- Muster-Berufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte, Haufe, § 27 Erlaubte Information und berufswidrige Werbung; Deutsches Ärzteblatt, Berufsrecht: Dürfen Ärzte Werbung für andere machen; Landesärztekammer Thüringen, Infobroschüre Arzt, Werbung, Öffentlichkeit (PDF), abgerufen Oktober 2026.
- Bundespsychotherapeutenkammer, Musterberufsordnung (Fassung 2014, PDF); Psychotherapeutenkammer Bayern, Berufsordnung (PDF, Änderungsstand 20.05.2026); Ostdeutsche Psychotherapeutenkammer, Berufsordnung (PDF), abgerufen Oktober 2026.
- IFK (Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten), Fachbeitrag zur Werbung von Heilberufen, abgerufen Oktober 2026.
- Heilmittelwerbegesetz, § 7 (Zuwendungen und Werbegaben) und § 9 (Fernbehandlung), sinngemäss wiedergegeben, Stand Oktober 2026.
- Bundesgesetz über Arzneimittel und Medizinprodukte (Heilmittelgesetz, HMG), SR 812.21, Art. 31 und 32, droit-bilingue.ch; Swissmedic, Arzneimittelwerbung im Internet (PDF, Praxis ab 2007).
- Medizinalberufegesetz (MedBG), SR 811.11, Art. 40 Berufspflichten (fedlex); zum Inhalt der Werberegel: Verwaltungsgericht St. Gallen, Entscheid B 2017/99 vom 17.01.2019 (PDF); Gesundheitsberufegesetz (GesBG), SR 811.21, fedlex; Psychologieberufegesetz (PsyG), SR 935.81, Bundesamt für Gesundheit. Den genauen Wortlaut zur Werbung bitte auf fedlex nachlesen.
- Heilmittelwerbegesetz, Volltext (PDF), §§ 14 und 15; ergänzend lxgesetze.de, § 14 HWG, abgerufen Oktober 2026.
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