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Ratgeber · SEO

Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust: die Checkliste

Eine neue Website soll mehr Anfragen bringen, nicht weniger. Mit dieser Checkliste für die Vorbereitung, den Tag des Livegangs und die Wochen danach schützen Sie Ihre Google-Rankings.

Kurz gesagt

Rankings gehen beim Relaunch meist aus wenigen Gründen verloren, vor allem: Alte Adressen führen ins Leere, gut besuchte Inhalte werden gestrichen, oder die Sperre für Suchmaschinen aus der Testphase bleibt stehen. Wer jede alte URL per 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite umleitet, die starken Inhalte behält, nach dem Livegang diese Sperre entfernt (noindex im Code, Disallow in der robots.txt) und die neue Sitemap in der Google Search Console einreicht, behält seine Sichtbarkeit in aller Regel. Kurze Schwankungen in den ersten Wochen sind normal.

Warum gehen Rankings beim Relaunch verloren?

Rankings gehen verloren, wenn Google die bisherigen Seiten nicht mehr findet oder auf der neuen Website das gewohnte Angebot nicht wiedererkennt. Google kennt Ihre Website über ihre Adressen, die URLs. Ändern sich die Adressen, etwa von /leistungen.html auf /leistungen/, und fehlt eine Weiterleitung, bekommt Google für die alten Seiten den Fehler 404 («nicht gefunden») und nimmt sie mit der Zeit aus dem Index.1 Die Rankings der alten Seite gehen nicht automatisch auf die neue über.

Die typischen Ursachen für Verluste:

  • alte URLs ohne Weiterleitung,
  • gestrichene oder stark gekürzte Inhalte, die bisher Besucher brachten,
  • neue, nichtssagende Seitentitel,
  • eine vergessene Sperre für Suchmaschinen aus der Testphase.

Alle vier Fehler lassen sich vor und nach dem Livegang prüfen. Wie, zeigen die folgenden Abschnitte.

Wie riskant ist Ihr Relaunch?

Je mehr sich an den Adressen ändert, desto mehr Vorbereitung braucht der Relaunch. Ein neues Design auf denselben URLs ist der einfachste Fall, ein Wechsel der Domain der anspruchsvollste.

Was ändert sich?RisikoWas nötig ist
Nur das Design, Adressen und Texte bleibengeringSperre entfernen, Stichproben, Search Console beobachten
Neues Website-System (das Programm, mit dem die Seite gebaut ist) oder neuer Hosting-Anbieter, Adressen bleibengering bis mittelwie oben, dazu Seitentitel, Beschreibungen und bestehende Weiterleitungen übernehmen
Neue Adressen auf derselben Domainmittel bis hochvollständiger Weiterleitungsplan, 301 für jede alte URL
Inhalte zusammengelegt oder gestrichenhochprüfen, welche Seiten Besucher bringen, deren Inhalte auf die neue Zielseite übernehmen
Neue DomainhochWeiterleitungsplan, neue Domain in der Search Console hinzufügen und bestätigen, Tool zur Adressänderung2

Was ist vor dem Relaunch zu tun?

Vor dem Relaunch sichern Sie den Bestand: welche Adressen es gibt, welche davon Besucher bringen und wie die Zahlen heute aussehen. Ohne diese Liste fehlt nachher jeder Vergleich.

  • Search Console einrichten, falls noch nicht geschehen. Ohne sie sehen Sie weder die alten Seiten mit Klicks noch spätere Fehler. So geht es: Google Search Console einrichten.
  • Alle alten URLs sammeln: aus der Sitemap (meist unter ihre-domain.ch/sitemap.xml), aus der Search Console und, falls möglich, aus einem Crawl, also einem Durchlauf mit einem Programm, das alle Seiten abruft. Denken Sie auch an PDFs und Bilder, auf die andere Websites verlinken.
  • Die wichtigsten Seiten markieren: In der Search Console unter «Leistung» den Reiter «Seiten» öffnen und nach Klicks sortieren. Was Klicks bringt, muss inhaltlich erhalten bleiben.
  • Ausgangswerte exportieren: Klicks, Impressionen und Anfragen möglichst eines ganzen Jahres, damit Sie nachher vergleichen und saisonale Schwankungen erkennen können.
  • Externe Links prüfen: Auf welche Ihrer Seiten verlinken andere Websites? Die Search Console zeigt das im Bericht «Links». Diese Adressen brauchen auf jeden Fall eine Weiterleitung.
  • Bestehende Weiterleitungen notieren: Gibt es schon Weiterleitungen, etwa aus einem früheren Relaunch, gehören sie in den neuen Plan. Sonst fallen sie beim Systemwechsel weg.
  • Alte Website sichern: Dateien und Texte aufbewahren, damit Sie nach dem Livegang nachschauen können, was wo stand.

Wie sieht ein Weiterleitungsplan aus?

Ein Weiterleitungsplan ist eine Tabelle mit alter und neuer URL, in der jede alte Adresse ein Ziel bekommt: die neue Seite mit demselben Thema. So könnte er für Muster Treuhand aussehen (Muster Treuhand ist ein erfundenes Beispiel):

Alte URLNeue URLHinweis
/leistungen.html/leistungen/gleiche Seite, neue Adresse
/buchhaltung.php/leistungen/buchhaltung/Thema bleibt gleich
/steuern-privat.html/leistungen/steuererklaerung/zwei alte Seiten zusammengelegt
/steuererklaerung.html/leistungen/steuererklaerung/zwei alte Seiten zusammengelegt
/team.html/ueber-uns/Inhalt auf neuer Seite
/aktion-2019.htmlkeineAngebot gibt es nicht mehr: 404 oder 410

Vier Regeln dafür:

  • Dauerhaft weiterleiten: 301 oder 308, nicht 302 oder 307. Eine dauerhafte Weiterleitung ist für Google ein starkes Signal, dass die neue Adresse die gültige ist.3
  • Zum passenden Thema, nicht auf die Startseite: Wer eine Seite zur Buchhaltung sucht und auf der Startseite landet, findet nicht, was er wollte.
  • Direkt zum Ziel: keine Ketten über mehrere Weiterleitungen. Alte Weiterleitungen aus früheren Umbauten zeigen direkt auf die neue Adresse, auch wenn jemand die alte Adresse mit http:// oder ohne www aufruft.
  • Ehrlich bei gestrichenen Seiten: Gibt es keinen passenden Ersatz, ist ein 404 oder 410 richtig. Solche Fehler schaden der Website laut Google in der Regel nicht.4

Worauf achten Sie während des Aufbaus?

Während des Aufbaus bleibt die Testversion für Google unsichtbar, und alles, was heute Besucher bringt, zieht mit um.

  • Testversion schützen: am besten mit Passwort, sonst mit noindex. Die robots.txt allein reicht nicht: Google kann gesperrte Adressen trotzdem anzeigen, dann ohne Beschreibung.5
  • Inhalte nicht ersatzlos streichen: Kürzen ja, aber Seiten, die Besucher bringen, behalten ihr Thema und ihre wichtigsten Aussagen.
  • Seitentitel und Beschreibungen übernehmen oder verbessern: nicht leer lassen und nicht auf allen Seiten gleich.
  • Interne Links auf die neuen Adressen setzen, nicht auf alte URLs, die erst weiterleiten.
  • Canonical-Angaben prüfen: Jede Seite verweist auf ihre eigene Live-Adresse, nie auf die Testadresse. Google wertet Weiterleitungen und rel="canonical" als starke Signale für die gültige Adresse.6
  • Strukturierte Daten und Alternativtexte für Bilder von Anfang an einplanen.
  • Ladezeit testen, bevor die Seite live geht. Neue Websites mit grossen Bildern und Videos sind oft langsamer als die alten. Wie man das misst: Website-Ladezeit verbessern.
  • Impressum und Datenschutzerklärung prüfen, vor allem bei einem neuen Hosting-Anbieter, neuen Formularen oder neu eingebundenen Diensten. Was hineingehört, steht unter Impressum und Datenschutz für Schweizer Websites.

Was ist am Tag des Livegangs zu tun?

Am Tag des Livegangs schalten Sie die Weiterleitungen scharf und entfernen jede Sperre aus der Testphase. Wählen Sie einen Tag, an dem Sie Zeit für Kontrollen haben.

  • 301-Weiterleitungen aktivieren: von jeder alten auf die passende neue URL, genau nach Plan.
  • Alle Varianten der Domain prüfen: http:// und https://, mit und ohne www führen mit einer einzigen dauerhaften Weiterleitung auf dieselbe Adresse, zum Beispiel https://www.ihre-domain.ch/. So erkennt Google, welche Adresse die gültige ist.3
  • Sperre entfernen: noindex aus der Testphase löschen und in der robots.txt nach Disallow: / suchen. Ein vergessenes noindex ist ein typischer und teurer Fehler. Es wirkt, bis Google die Seite erneut abruft; mit der URL-Prüfung in der Search Console stossen Sie das für wichtige Seiten an.7 Prüfen Sie dabei auch, ob die KI-Crawler in der robots.txt zugelassen sind.
  • Neue Sitemap einreichen in der Google Search Console. Falls Sie die Bing Webmaster Tools nutzen, reichen Sie die Sitemap dort ebenfalls ein. Microsoft Copilot stützt seine Antworten bei Websuchen auf Daten aus Bing,8 und wer Bing noch nicht eingerichtet hat, übernimmt die Website samt Sitemap aus der Search Console.9
  • Weiterleitungen prüfen: alle Adressen aus dem Weiterleitungsplan aufrufen, mindestens aber die mit den meisten Klicks und Links. Im Browser sehen Sie nur, wo Sie landen. Ob die Antwort wirklich 301 lautet und ohne Zwischenstation ankommt, zeigt ein kostenloser Weiterleitungs-Prüfer (Suchbegriff «Redirect Checker»).
  • Formulare und Handy testen: über jedes Kontaktformular eine Testanfrage schicken und die wichtigsten Seiten auf dem Handy durchklicken. Eine Website, die gut rankt, aber keine Anfragen zustellt, nützt nichts.
  • Bei einem Domainwechsel die neue Domain in der Search Console bestätigen und das Tool zur Adressänderung nutzen.2

Wo Weiterleitungen eingetragen werden, hängt vom Hosting oder vom Baukasten ab. Das steht in dessen Hilfe, sonst fragen Sie Ihren Anbieter. Geben Sie ihm den Weiterleitungsplan als Tabelle, dann lässt er sich Zeile für Zeile übernehmen.

Was prüfen Sie in den Wochen danach?

In den ersten Wochen nach dem Livegang schauen Sie einmal pro Woche in die Search Console und schliessen Lücken, bevor sie Rankings kosten.

  • Bericht «Seiten» prüfen: Unter «Indexierung», «Seiten» nach «Nicht gefunden (404)» und nach nicht indexierten Seiten schauen, fehlende Weiterleitungen ergänzen.
  • Werte vergleichen: Klicks und Impressionen Seite für Seite mit den Ausgangswerten vergleichen. Schwankungen sind normal, solange Google die Seiten neu einliest. Erfahrungsgemäss dauert das einige Wochen, bei grossen Umbauten mit vielen neuen Adressen länger.
  • Links aktualisieren: Google-Unternehmensprofil, Verzeichnisse wie local.ch und search.ch, Social Media und E-Mail-Signaturen auf die neuen Adressen umstellen. Eine Liste der wichtigen Einträge finden Sie unter Firmeneinträge in der Schweiz.
  • Weiterleitungen nicht löschen: Google empfiehlt, sie so lange wie möglich stehen zu lassen, in der Regel mindestens ein Jahr.2 Besser: dauerhaft, denn Links auf anderen Websites und Lesezeichen bleiben jahrelang bestehen.
  • KI-Antworten testen: ChatGPT, Perplexity und Gemini nach Ihrer Leistung und Ihrem Ort fragen und prüfen, ob die genannten Quellen auf funktionierende Seiten führen.

Rankings eingebrochen: Was jetzt?

Bricht der Verkehr nach dem Relaunch stark ein, steckt oft einer von wenigen technischen Fehlern dahinter. Prüfen Sie in dieser Reihenfolge:

  1. Ist die Website gesperrt?Im Quelltext nach noindex suchen, in der robots.txt nach Disallow: /. Die URL-Prüfung in der Search Console zeigt, ob Google eine Seite indexieren darf.
  2. Fehlen Weiterleitungen?Die alten URLs mit den meisten Klicks aufrufen. Landen sie auf der passenden Seite, auf der Startseite oder auf einer Fehlerseite?
  3. Stimmt der Statuscode?Eine Fehlerseite, die technisch «200 OK» meldet, wertet Google als Soft 404.1 Echte Fehlerseiten melden 404.
  4. Sind Inhalte verloren gegangen?Alte und neue Seite nebeneinanderlegen. Fehlen Abschnitte, Preise oder Antworten, die früher Besucher brachten, gehören sie zurück.
  5. Stimmen Titel und Canonical?Jede Seite braucht einen eigenen Titel, und das Canonical zeigt auf die Live-Adresse, nicht auf die Testversion.

Findet sich nichts davon, helfen die weiteren Ursachen im Ratgeber Warum wird meine Website bei Google nicht gefunden?

Wie wird der Relaunch zur Chance?

Ein Relaunch ist ein guter Moment, die Website auch für Google und KI-Antworten aufzustellen: eine Seite pro Leistung, eine Kurzantwort am Anfang jeder Seite, strukturierte Daten, schnelle Ladezeiten. Das lässt sich auch nach dem Livegang nachholen.

Bewährte Texte dürfen dabei bleiben. Bei der Ergopraxis Rohrbacher sind Design und Struktur neu, die Texte wurden weitgehend übernommen.

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Häufige Fragen

Was passiert beim Relaunch mit Links von anderen Websites?

Sie zeigen weiter auf Ihre alten Adressen, denn andere Websites ändern ihre Links nicht von selbst. Führt jede dieser Adressen mit einer 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite, kommen die Besucher an, und Google erkennt die neue Adresse als die gültige. Fehlt die Weiterleitung, endet der Link auf einer Fehlerseite.

Was ist der Unterschied zwischen einer 301- und einer 302-Weiterleitung?

Eine 301-Weiterleitung sagt Browsern und Google: Diese Seite ist dauerhaft umgezogen. Eine 302-Weiterleitung gilt nur als vorübergehend, etwa wenn eine Seite für kurze Zeit unter einer anderen Adresse liegt. Für einen Relaunch ist 301 (oder 308) die richtige Wahl.

Wie lange dauern Ranking-Schwankungen nach einem Relaunch?

Meist einige Wochen, bei einem Domainwechsel oder vielen neuen Adressen auch länger. Bleiben die Werte danach deutlich unter dem Stand vor dem Relaunch, lohnt sich die Fehlersuche: fehlende Weiterleitungen, eine stehen gebliebene Sperre oder gestrichene Inhalte.

Muss ich bei einem Relaunch die URLs ändern?

Nein. Wenn die alten Adressen verständlich sind, behalten Sie sie. Das ist der sicherste Weg, weil diese Seiten dann gar keine Weiterleitung brauchen.

Muss ich beim Relaunch auch PDFs und Bilder weiterleiten?

Ja, wenn andere Websites darauf verlinken oder Besucher sie über Google finden. Preislisten, Formulare und Merkblätter als PDF bekommen eine Weiterleitung auf die neue Datei wie jede andere Seite. Gibt es eine Datei nicht mehr, gilt dieselbe Regel wie für Seiten: Weiterleitung auf einen passenden Ersatz, sonst 404 oder 410.

Wer erstellt beim Relaunch den Weiterleitungsplan?

Meist die Person oder Agentur, die die neue Website baut, mit Ihrer Hilfe bei der Frage, welche Seiten wichtig sind. Klären Sie vor der Auftragsvergabe, ob Weiterleitungsplan, Kontrolle am Tag des Livegangs und der Blick in die Search Console in den Wochen danach zum Auftrag gehören.

Quellen

  1. Google Search Central, How HTTP status codes, and network and DNS errors affect Google Search, abgerufen 2026.
  2. Google Search Central, Site moves with URL changes, abgerufen 2026.
  3. Google Search Central, Redirects and Google Search, abgerufen 2026.
  4. Search Console-Hilfe, 404 (Page Not Found) errors, abgerufen 2026.
  5. Google Search Central, Introduction to robots.txt, abgerufen 2026.
  6. Google Search Central, How to specify a canonical URL with rel="canonical" and other methods, abgerufen 2026.
  7. Google Search Central, Indexierung mit noindex blockieren, abgerufen 2026.
  8. Microsoft Learn, Microsoft Copilot Chat Privacy and Protections, abgerufen 2026.
  9. Bing Webmaster Blog, Easily Verify Your Site in Bing Webmaster Tools by Importing from Google Search Console, aktualisiert 2025.

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